Die Angst geht um. Wohin wird das führen? Ist unser Geld noch sicher? Von Problemen und Gefahren hören wir genug, aber jede Medaille hat zwei Seiten. Wo es Verlierer gibt, da gibt es auch Gewinner. Doch wer sind sie, die Gewinner der Finanzkrise?
Zunächst einmal fallen einem die Banken ein. Der grosse Verlierer ist die UBS
- und in deren Abwärtsstrudel geriet auch die CS, obwohl sie anfangs
vom Leid der UBS profitierte. Die "Global Player"
sind out. Milliarden werden abgezogen und umgeschichtet.
Die Gewinner sind einfach auszumachen: Die Kantonalbanken,
die teilweise mit einer komfortablen Staatsgarantie ausgestattet sind, die Raiffeisen-Banken,
Coop- und Migros-Bank und Postfinance.
(Quelle:
swissinfo.ch: Neugeldschwämme für die "anderen" Banken)
Ganz grosse Gewinner sind auch die Privatbanken.
Christian Camenzind, Oppenheim (Bank Sal. Oppenheim jr. & Cie. Schweiz) freut sich
über starke Neugeldzuflüsse.
Auch beim Personal können
Christian A. Camenzind und die Bank Sal. Oppenheim von
der Krise der Grossbanken profitieren.
Joachim Strähle, Chef der Privatbank Sarasin, spricht in einem Interview der Zeitschrift
CASH von "einmaligen Marktchancen". Die Bank Sarasin spekuliert darauf, durch die
Rekrutierung der Veteranen unter den
Kundenberatern (der Grossbanken naürlich), substanzielle Portfolios übernehmen zu
können.
Der unvergessliche Börsenfuchs Andre Kostolany teilte die Anleger in zwei Kategorien ein: die Hartgesottenen und
die Zittrigen. Im Moment haben die Zittrigen die Überhand - und die kleine Minderheit der Hartgesottenen
freut sich. Man kann es heute noch nicht mit Sicherheit sagen, aber die Geschichte belegt eine sehr
hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Hartgesottenen am Ende die grossen Gewinner sein werden.
Privatbanker Christian Camenzind, Oppenheim, sieht nun Einstiegschancen bei Schweizer Bluechips
(sogar UBS) und bei Solaraktien
(Quelle:
Blick: Interview mit Christian Camenzind, Sal. Oppenheim).
Der 78-jährige Multimilliardär Warren Buffett gilt als einer der gewieftesten Investoren der Welt.
Er ist kein Spekulant, sondern er orientiert sich immer am Wert des Unternehmens, in das er investiert.
Sein Anlagehorizont ist langfristig. So verwundert es nicht, dass für ihn nun die Zeit des Einkaufens gekommen ist
und er seine kompletten Ersparnisse investiert
(Quelle:
NZZ: Warren Buffet investiert alles in US-Aktien).
Wird Warren Buffett einer der grossen Gewinner der Finanzkrise sein? Vermutlich - wenn er alt genug wird.
Sein Name steht hier aber für viele andere "Value-Investors", die antizyklisch handeln und deshalb genügend Barreserven haben,
um in der Krise die Rosinen zum Schnäppchenpreis zu kaufen.
Nutzniesser sind sicher auch die Schwellenländer, allen voran China. In den alten führenden Wirtschaftsländern wird das Geld abgezogen und es landet in China, Indien und Russland. Dort wird es aufgesaugt und mit dem Geld wandert auch die Macht dorthin. George Soros erklärt China zum Gewinner der Finanzkrise ( Artikel in der Welt-Online). Wir leben in einer spannenden Zeit - Wie viele Generationen haben schon die Gelegenheit, den Untergang von Weltmächten zu beobachten? Nach dem Fall der Sowjetunion sind wir nun Zuschauer beim Zerfall der USA. Wer wird kommen? Europa? China?
Oder wird die arabische Welt die Weltführung übernehmen? Die Scheichs reiben sich jetzt die Hände. Auch sie gehören zu den Gewinnern, denn normalerweise wissen sie nicht wohin mit dem ganzen Geld. Nun kann man sogar internationale Banken damit kaufen, oder sich zumindest in hohem Masse daran zu beteiligen. Um politischen Einfluss zu nehmen oder einfach nur um Profit zu machen? Wir werden sehen.
Viele verunsicherte Sparer bewahren ihr Geld nun vorsichtshalber zuhause auf. Vorsichtshalber? - Zu den Gewinnern der Finanzkrise gehören sicherlich die Einbrecher. Aber: auch die Hersteller von Geldschränken (Safes) melden einen starken Umsatzanstieg.
Interessant ist, dass die Dummen immer meinen, Verluste seien Betrug und sie hätten einen Rechtsanspruch auf Gewinne. Hochkonjunktur haben nun also spezialisierte Anwälte, die Banken und Vermögensverwalter verklagen, weil sie ihren Klienten die Gewinne gestohlen haben, die ihnen von Rechts wegen zustehen.
Und wenn wir nun schon am unteren Ende der Evolution angekommen sind, können wir uns auch gleich über Spammer unterhalten - und über die Geistesriesen, durch die Spammer zu Gewinnern werden: Per E-Mail gesucht werden «International Sales Representatives», angeboten werden «Führungspositionen» zur Abwicklung internationaler Geldgeschäfte. Laut einer Studie der spanischen Sicherheitsfirma Panda beträgt die Erfolgsquote dieser Spam-Mails inzwischen 1.8%. Unglaublich! 1.8% der Internetnutzer antworten auf solchen Spam, eröffnen auf ihren eigenen Namen Konten und stimmen anonymen Zahlungen auf diese Konten zu. Dann überweisen sie das eingehende Geld weiter, vor allem auf Konten in Osteuropa. Manager internationaler Finanzgeschäfte? Der Staatsanwalt nennt es anders. - Ist das Verzweiflung oder schlicht Dummheit?
to be continued...