Christian Camenzind Oppenheim: Banker und Kunst-Förderer

Die traditionellen Märkte haben empfindliche Schläge erhalten. Das Welt-Finanzsystem und die kapitalistische Weltordnung sind angeschlagen. Das Geld sucht Alternativen. Wer ist unschlagbar, wenn es um Geld und um Alternativen geht? Richtig, die Schweizer Banken, besser noch: die Schweizer Privatbanken.

«Der Umsatz an den Kunstbörsen hat sich in den vergangen Jahren stark erhöht» sagt Christian Camenzind Oppenheim Schweiz. Eine kurze Internetrecherche gibt ihm Recht: Seit 8 Jahren ist die Kunst-Hausse schon ungebrochen. Die führenden Auktionshäuser haben für das Jahr 2008 Glanzresultate publiziert und von einer Krise ist nichts zu spüren. Auch die Galeristen sind nach wie vor optimistisch.

In einer Zeit, in der man sogar negative Verzinsungen an den Finanzmärkten sehen kann, scheint die Investition in Kunst also durchaus eine Alternative zu sein. Neu ist dieser Ansatz natürlich nicht, in Kunst zu investieren. Christian Camenzind: «Im Rahmen einer ganzheitlichen Vermögensbetreuung unterstützen die Banken das kulturelle Interesse ihrer Kunden und vermitteln Dienstleistungen etablierter Kunstberater. Dazu gehören Analysen von Sammlungen, der Kauf und Verkauf von Kunstwerken, die Dokumentation von Kunstwerken, die Betreuung von Kunststiftungen, die Wertermittlung oder die Ersteigerung von Kunstobjekten bei Auktionen.» Christian Camenzind verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere Generationen Erfahrung und Kunstliebe der Privatbank Sal. Oppenheim.

«Kunst als Diversifikation der Anlage» heisst ein Artikel, den Christian Camenzind neulich veröffentlichte. Er will die Investition in Kunst also nicht als Alternative zu den klassischen Anlagen verstanden wissen, sondern nur als sinnvolle Ergänzung zu diesen. Sinnvoll ist dieser Ansatz allemal, denn im Gegensatz zu der heissen Luft, in die normalerweise investiert wird, gibt es hier einen tatsächlichen Wert, den man ansehen und anfassen kann. Ein Investment in Kunst kann zwar auch seinen Wert verlieren, aber das Kunstobjekt wird nicht zerplatzen wie eine Seifenblase, sondern immer vorhanden bleiben. Das alleine ist schon etwas Wunderbares. Und wenn der Besitzer damit einen ideellen Wert verbindet, Freude daran findet, dann bleibt das Investment auch bei einem finanziellen Verlust immer noch ein Gewinn.

Noch mehr beeindruckt der Ansatz der Bank Oppenheim, junge Künstler zu fördern und jungen Talenten ein Forum zu bieten. Kulturförderung und Mäzenatentum sind Tugenden, denen sich der CEO von Sal. Oppenheim Schweiz, Christian Camenzind, offensichtlich verpflichtet fühlt. Seinen Ausdruck findet dieses fortgesetzte Engagement in der Sammlung zeitgenössischer Kunst, die in der Bank Oppenheim seit über zehn Jahren besteht. In der Zürcher Sammlung befinden sich unter anderen Werke von Markus Weggenmann, Giacomo Santiago Rogado, Ueli Michel, sowie vom international ausgezeichneten Künstlerteam Peter Fischli und David Weiss.

Man könnte einwenden, dass diese Kunstförderung letztlich auch nur dazu dient, Geld zu verdienen. - Vielleicht, vielleicht auch nicht. Selbst wenn: Geld verdienen ist nichts Negatives, weder für eine Person, noch für ein Unternehmen und auch nicht für eine Bank. Nur die Art und Weise, in der Geld verdient wird, kann man kritisch durchleuchten. Vor dem Hintergrund des traditionellen Bankgeschäftes ist es ein Hoffungsschimmer von Christian Camenzind, Oppenheim, zu hören: «Kunst erwirbt man aus Begeisterung und Leidenschaft, nicht als blosse Gewinnmaximierung».